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Begegnungen mit Artgenossen

Das Hundegehirn benötigt EnergiCIMG7110e um die verschiedenen Optionen in einer Situation(=Konflikt) mit dem vorhandenen Erfahrungsschatz und der aktuellen Befindlichkeit zu verrechnen und um das notwendige Erregungsniveau zu erreichen, um möglichst schnell  anpassende Verhaltensweisen zu initiieren. Diese Energie wird durch das Cortisol der Stressreaktion aktiviert, deswegen gehen Konflikte grundsätzlich mit einer Stressreaktion einher.

! Da jede Interaktion mit Artgenossen viele verschiedene Optionen und Verhaltensweisen beinhaltet, ist die Begegnung mit einem Artgenossen grundsätzlich mit Konfliktpotential  und einer Stressreaktion verbunden.

Dieses Konfliktpotential und die Stressreaktion fallen umso stärker aus, desto negativer der eigene Hund die Annäherung des (fremden) Artgenossen empfindet.  Denn viele Hunde assoziieren  (fremde)Artgenossen mit negativen Emotionen wegen negativer Erfahrungen in der Vergangenheit und sind schon von der ersten Wahrnehmung des (fremden)Artgenossen (= ihn riechen/hören/ auf Entfernung sehen) stark gestresst. Wenn dieser sich dann annähert (=Distanzverkürzung)  können impulsive Verhalten die Folge sein, denn die aktuelle emotionale Lage des Hundes kann sich dadurch zügig verschlechtern. Aus biologischer Sicht macht dies durchaus  Sinn, denn (fremde) Artgenossen können gefährlich sein und aktivieren dann die Emotion Angst, die bei weiterer Distanzunterschreitung in Aggression kippen kann.

Angst ist ein negativer emotionaler Zustand und entsteht im Gehirn. Die Fähigkeit, sie zu empfinden, ist angeboren. Angst ist ein altes und lange bewährtes biologisches Überlebensprogramm und initiiert Angstverhalten (Einfrieren/Meiden/Flüchten), um den Körper vor physischem oder psychischem Schaden zu bewahren. Ziel des Angstverhaltens ist immer die Distanzvergrößerung zum Auslöser, hier ist es der (fremde) Artgenosse. Die Distanzvergrößerung  bringt Erleichterung wenn sie erfolgreich die Bedrohung abschwächt, bzw. wenn diese aufhört. Hat der Hund keinen Erfolg mit seiner Lösungsstrategie (durch Angstverhalten genügend Abstand zwischen sich und den Auslöser zu bringen), erleidet er Kontrollverlust (= das Verhalten zieht nicht mehr die angestrebte Konsequenz nach sich) und  die Angst  kann u.a. in heftige Aggression münden.

Die Wahrnehmung/Annäherung des Artgenossen kann aber im Hund auch Frustration auslösen. Und zwar immer dann, wenn der Hund das Bedürfnis hat Kontakt zu einem Artgenossen zu bekommen, diesen aber nicht aufnehmen, bzw. nicht in seinem eigenem Tempo erreichen kann. Frustration ist die Folge und impulsive Verhaltensweisen werden wahrscheinlicher. Insbesondere Aggressionsverhalten ist hier zu nennen, denn Frustration und Aggression liegen nahe beieinander.

Das erklärt warum manche Hunde mit Hundebegegnungen Schwierigkeiten haben. Doch egal aus welchen der hier aufgeführten Gründe  ihr Hund Schwierigkeiten mit der Kontaktaufnahme zu Artgenossen hat,  wir haben es immer mit einer Stressreaktion und einem erhöhten Erregungslevel zu tun. In diesem Zustand ist es schwierig für ihren Hund sich ihnen Zuzuwenden, denn die emotionale Bewertung der Situation, die Stressreaktion und der Anstieg des Erregungsniveaus ist ein Prozess im Gehirn, der völlig unbewusst abläuft und das Ausüben bewusster Handlungen für diesen Zeitraum erschwert.

Dennoch ist ein Erlernen eines alternativen Verhaltens möglich. Gezielte Veränderungen der Bedingungen vor dem Verhalten verbessern beim Hund die emotionale Grundstimmung wenn er mit der Situation in Kontakt kommt und funktionale alternative Bewältigungsstrategien führen dazu, dass sich die Situation für den Hund verbessert. Diese Verbesserung der Situation führt zu einer Verstärkung eben dieser alternativen Bewältigungsstrategien (da sich für den Hund als lohnend herausgestellt haben), welche nach und nach anstelle des unerwünschten Verhaltens gezeigt werden können.

Lernen sie die Körpersprache ihres Hundes zu verstehen, so werden sie frühzeitig erkennen, dass ihr Hund in einem Konflikt ist und können dementsprechend reagieren. So helfen sie ihrem Hund Situationen zu meistern und können gemeinsam stressfreier und entspannter durch den Alltag gehen.

 

 







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