St Vincent de Paul Apotheke Baton Rouge http://deutschpillen.com/ psychische Gesundheit News 2012

Abbruchsignale

Es wird im Alltag immer wieder Situationen geben, in denen der Hund sein Verhalten unbedingt sofort unterbrechen sollte. Im konventionellen Hundetraining ist dann die Rede von „Abbruchsignalen“. Diese Abbruchsignale sind meist scharf ausgesprochene Worte ( z.B.“Nein/Pfui“), akustisch unangenehme Laute (z.B. Diskschellen, Sprühhalsbänder oder Rütteldosen)andere Schreckreize (z.B. mit Wasser bespritzen) und körperliche schmerzhafte Einwirkung (Leinenruck /Nackenschütteln/Schnauzengriff etc.), die den Hund in seiner Handlung unterbrechen sollen.

Da Angst als übergeordnetes Überlebenssystem aktuell gezeigtes Verhalten hemmt, um in Gegenwart der Bedrohung durch anderes Verhalten Schlimmeres zu  verhindern,  können alle oben aufgezählten Signale vom Hund aktuell gezeigtes Verhalten abbrechen- wenn sie tatsächlich ängstigend auf den Hund wirken. Allerdings lernt  der Hund nicht bewusst auf diese Signale hin sein aktuelles Verhalten zu unterbrechen und sich aktiv seinem Menschen zuzuwenden, sondern erschrickt, wenn er diese Reize wahrnimmt/ empfindet/erwartet. Er hat statt dessen Angst und unterbricht deswegen sein aktuelles Verhalten, um durch anderes Verhalten (z.B. Meideverhalten oder Abwehraggression)eine Verbesserung seiner Situation zu erreichen.

Schmerzhafte körperliche Einwirkungen und laute, zischende, knallende und scheppernde Geräusche, Unbekanntes und Plötzliches können also dazu führen, dass der Hund sein Verhalten unterbricht, um den Schmerz/ den Schreckreiz abzustellen oder abzuschwächen. Allerdings wird der Hund dadurch keine Bewältigungsstrategie für die bedrohliche Situation erlernen. Ganz im Gegenteil, die eh schon bedrohliche Situation wird so für den Hund durch den Lernprozess der klassischen Konditionierung noch bedrohlicher; der Hund wird immer früher, schneller und heftiger auf seinen Auslöser reagieren um sich schnellstmöglich vor psychischem und physischem Schaden zu schützen. Das konventionelle Abbruchsignal ist somit kein bewusst gelernter Verhaltensabbruch, sondern ein Innehalten in der Hoffnung Strafe/Unangenehmes vermeiden/abwenden zu können.

Hinzu kommt die Tatsache, dass das konventionelle Abbruchsignal von der Bezugsperson produziert wird und der Mensch zwangsläufig mit der unangenehmen Erfahrung im Hundehirn  verknüpft und dementsprechend negativ assoziiert wird.

Sensible Hunde lassen sich durch konventionelle Abbruchsignale besonders  schnell hemmen, Angst ist bei ihnen leicht auslösbar. Diese Hunde erwecken den Anschein, als würden sie sehr gut hören, da sie sich wenig vom Menschen entfernen und wenig bis gar kein  Interesse an der Umwelt zeigen. Für den Menschen mag das die bequemste Lösung sein, für den Hund ist es jedoch eine Katastrophe, da er in ständiger  Erwartung auf Bestrafung durch seinen Menschen ist.

 

Es geht doch sehr viel einfacher:

Durch positive Verstärkung trainiertes Stehenbleiben, Sitz machen, Platz machen, sich umdrehen oder zurückkommen unterbrechen jedes Verhalten, ohne das Tier zu ängstigen oder ihm Schmerzen zuzufügen und ohne die Beziehung zwischen Mensch und Hund negativ zu beeinträchtigen!











Veröffentlicht in Abbruchsignale